6. Ausgabe:
"Der Magen"
Unser Magen ist ein Verdauungsorgan, das uns stärker bewusst ist als z.B. die Leber oder Bauchspeicheldrüse.
Er macht sich bemerkbar, wenn etwas nicht passt: Sodbrennen, Appetitlosigkeit, Mundgeruch oder Schmerzen im Bereich sind mögliche Hinweise.
Ausflug in die Anatomie des Magens
Der Magen liegt auf der linken Körperseite direkt unter dem Zwerchfell. Da es sich um ein Hohlorgan handelt, ist die Größe ziemlich variabel,
auch bedingt durch den Füllungszustand.
Im oberen Bereich mündet die Speiseröhre ein.Der Winkel, den Speiseröhre und Magen gemeinsam bilden, spielt eine wichtige Rolle:
Er bildet den Verschluss nach oben und verhindert, dass die sehr saure Magensäure in die Speiseröhre gelangt(sog. Reflux).
Der Magen bereitet die Nahrung soweit auf, dass im nachfolgenden Dünndarm die Resorption der Nährstoffe stattfinden kann.
Eine gesunde Magenschleimhaut ist wichtig, da sie den sog. Intrinsic-Faktor bildet, den wir für die Aufnahme des wichtigen Vitamin B12 später brauchen.
Das Gesagte soll uns vorerst genügen...
Anatomische Veränderungen und ihre Auswirkungen
Dieser Winkel zwischen Speiseröhre und Magen verändert sich z.B. durch:
- einen schlaffen Magen, der nach unten hängt
- eine zu kurze Speiseröhre, die Teile des Magens nach oben in den Brustkorb zieht
- angeborene Lageanomalien
- Lage-Veränderungen der Nachbarorgane, die sich auf den Magen auswirken
Dieser Zustand kann zu Sodbrennen und saurem Aufstoßen führen (Reflux).
Eine gezielte Übung des Oberkörpers kann uns helfen:
Übung für den Magen
Wer unter Magensymptomen leidet oder seinem Magen Gutes tun möchte, kann folgende Übung ausprobieren:
Ausgangsposition:
- Die Beine sind Schulterbreit geöffnet und die Knie entspannt
- Das Becken ist nach vorne gekippt, so dass sich der untere Rücken abflacht
- Die Schulter sind entspannt und schwer, das Kinn ist etwas zur Brust hin angezogen
- Die Hände befinden sich auf Brusthöhe und bilden einen Kreis: die rechte Hand oben die Linke unten und die Handflächen schauen zueinander
Mit der Einatmung:
- bewegt sich die untere Hand nach oben über den Kopf und streckt sich in den Himmel, Handfläche zeigt nach oben
- gleichzeitig streckt sich die obere Hand nach unten, Handfläche nach unten
--> der gesamte Oberkörper mit Speiseröhre und Magen wird in die Länge gedehnt
Mit der Ausatmung:
- drehen sich die Handflächen und die Hände kommen wieder auf Brusthöhe zurück
--> in der Vorstellung quetschen und drücken wir unseren Magen zusammen
Mit der nächsten Einatmung:
- wechseln die Hände vor dem Brustkorb und führen dieselbe Bewegung nach oben und unten aus
Wenn wir Übungen als Bestandteil der Behandlung erklären, geschieht das genauer und angepasst auf Ihre persönliche Anatomie und Situation.
Mal wieder der Stress...
Stress ist diejenige Lebensgewohnheit, die dem Magen wohl am meisten zu schaffen macht. Nicht umsonst ist das Magengeschwür eine typische "Manager-Erkrankung"
Das Thema Ernährung ist ebenso entscheidend - doch dazu folgen eigene Ausgaben!
In diesem Sinne eine stressfreie Zeit!
Gudrun & Norman Cloos
Ihr Heilpraktiker-Team
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